Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze und aus dem großen Fenster vor mir schaue, sehe ich mehrere wunderschönen, großen Bäumen. Auch wenn ich mitten in der Stadt wohne, habe ich doch eine große Portion Natur vor der Tür. Und so kann ich, während ich diese Zeilen schreibe, immer mal wieder nach draußen schauen und beobachten, wie der Wind die grünen und gelben Blätter bewegt und immer wieder welche mit sich hinfort trägt.

Vor zwei Wochen sind wir aus unserem Spanienurlaub gekommen und da haben noch alle Bäume vor unserem Haus ihr vollständiges Blätterkleid getragen. Einige waren schon gelb, aber alle waren noch ganz bekleidet. Jetzt sind schon zwei Bäume bis auf wenige verbleibende Blätter ganz kahl.

Für mein Gefühl ging das ganz schön schnell. Viel zu schnell. Ich genieße es so sehr, wenn sich die Natur im Herbst wandelt, wenn die Blätter die aberwitzigsten Farben annehmen und man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, weil es überall leuchtet und strahlt. Hellrot, Orange, Weinrot, Senfgelb, Oker, Rosa, Neongelb – ich könnte ewig so weitermachen, wenn ich die Namen all dieser Farben kennen würde.

Zum Glück kann ich gerade oft spazieren gehen und tue das auch bei jeder Gelegenheit, um möglichst viel von diesem Spektakel zu erleben und einzusaugen, mit allen Sinnen wahrzunehmen und ausgiebig zu genießen. Und immer wieder muss ich daran denken, dass das ganze schon bald vorbei ist. Dass es nur noch wenige Wochen und Tage dauert, bis alles kahl und fast jede Farbe weg ist. Dieser Gedanke macht mich traurig. Ich würde diese Phase gerne endlos ausdehnen.

Das Geschenk der Vergänglichkeit

Doch was wäre, wenn diese Phase wirklich ewig anhalten würde? Wenn es das ganze Jahr über Herbst wäre und die Blätter immer so farbenfroh strahlen würden?

Eines ist sicher: Ich würde es nicht ansatzweise so genießen wie ich es jetzt tue. Ich würde auch nicht so oft spazieren gehen. Und ich würde mir beim Spazierengehen nicht so viel Zeit nehmen, um die Schönheiten, die mir begegnen, zu bewundern und zu bestaunen. Ich würde nicht so ausgiebig in ihrem Anblick baden, sondern einen kurzen Blick darauf werfen und weitergehen. Vielleicht würde ich es auch überhaupt nicht bewusst wahrnehmen.

Denn so ist es mit allem, das immer da ist: Wir nehmen es irgendwann nicht mehr bewusst wahr. Es sei denn, wir tun es gezielt, nehmen uns bewusst Zeit dafür und schenken den Dingen unsere Aufmerksamkeit.

Sich Zeit nehmen für das, was wichtig ist

Der Herbst erinnert mich jedes Mal daran, dass ich dem, was ist, und vor allem dem, was mir wichtig ist, meine Aufmerksamkeit schenken muss. Denn alles, absolut alles ist vergänglich. Und nur weil etwas schon lange da ist, heißt das nicht, dass das morgen auch noch so sein wird.

Es ist wichtig, den Dingen im Leben, die mir wichtig sind, mit Aufmerksamkeit zu begegnen. Mich Ihnen, wenn auch nur für einen kurzen Moment, voll und ganz zuzuwenden.

Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns noch auf dieser Erde vergönnt ist. Wie lange wir noch leben werden. Wie lange die Menschen, die uns wichtig sind, noch da sein werden. Alles ist vergänglich. Jeder Moment, jedes Ding und jedes Lebewesen.

Doch wenn wir uns für das, was uns wichtig ist, Zeit nehmen und voll und ganz präsent sind, dann kosten wir es auch voll und ganz aus und müssen hinterher nicht bereuen, dass wir immer mit anderen, scheinbar „viel wichtigeren“ Dingen beschäftigt waren.

Dieses Leben, dein Leben ist viel zu kostbar, als dass du es nicht in das investierst, was dir wichtig ist und wirklich am Herzen liegt. Viel zu schnell vergeht die Zeit und in einem Wimpernschlag ist alles vorbei.

Doch das ist am Ende nicht schlimm, wenn du dein Leben ausgekostet hast. Wenn du dir immer genug Zeit genommen hast für das, was dir wichtig ist. Wenn du deine Prioritäten nach deinem Herzen gesetzt hast, deinen Wünschen, Sehnsüchten und Bedürfnissen. Und nicht nach dem, „was man so macht“ oder was andere von einem erwarten (hier findest du noch weitere  8 Gründe, warum du dich von den Erwartungen anderer abgrenzen darfst).

Vor wem du dich am Ende verantworten musst

Lebe dein Leben so, wie es für dich richtig und stimmig ist. Wie es sich für dich richtig anfühlt. Wie es dich glücklich und zufrieden und statt macht.

Denn am Ende bist du es, die zurückschauen und dein Leben betrachten wird und sich fragen darf, ob sie damit zufrieden ist. Du bist die einzige, die am Ende beurteilen wird, ob es ein gutes Leben war. Ob du damit zufrieden sein kannst. Oder ob du etwas bereust, ob du etwas hättest anders machen müssen.

Natürlich gibt es Dinge im Leben, die wir nicht beeinflussen können, die nicht in unserer Macht liegen. Natürlich können wir nicht alles steuern und kontrolliere. Aber es gibt Dinge, die wir steuern können. Es gibt Dinge, die wir entscheiden können. Wir haben einen Handlungsspielraum und der ist meist viel größer als wir denken.

Nutze ihn für dich. Entscheide dich da, wo du eine Wahl hast, für dich, für dein Leben, für das, was dir wichtig ist. Es muss niemand anderes verstehen. Und es muss auch niemand anderes gut finden. Einzig und alleine zählt, dass es sich für dich richtig und stimmig anfühlt. Und das kann nun mal niemand anderes wissen oder entscheiden als du selbst.

Nimm dein Leben in die Hand und mache dein Leben daraus. Du hast nur dieses eine. Mache es zu deinem Leben.

 

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Foto: Aaron Burden

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